HCT Germany Champion im Interview

Wir haben mit unserem Hearthstone Spieler Andrej ‘bequiet’ T. über seinen überraschenden Sieg beim HCT Germany Tourstop in der TakeTV-Bar in Krefeld gesprochen. Wie er das Event und natürlich insbesondere seinen Sieg wahrgenommen hat, könnt ihr im Folgenden in aller Ausführlichkeit nachlesen. Viel Spaß!

Erzähl doch mal, welchen Eindruck das Event generell auf dich gemacht hat. Du kannst dich auch gerne am zeitlichen Ablauf orientieren.

Wir wurden im Vorfeld schon nach unseren Personalien für das Hotel gefragt und wie wir anreisen wollen. Dort angekommen war die Bar schon geöffnet. Wir wurden nach unten in die Spieler-Area begleitet und uns wurde alles gezeigt. Es standen Getränke bereit und wir konnten an Rechnern üben. Auch das einchecken ins Hotel verlief problemlos. Für mich persönlich war es eine ziemlich angenehme Anreise mit dem Auto. Den ersten Abend habe ich dann noch ein bisschen mit den Spielern gechillt. Vor dem schlafen gehen im Hotel habe ich mit xBlaine geübt, da es am nächsten Tag relativ spät losging und die Decks dann bekannt waren.

Nachdem die ersten beiden Gruppen durch waren, ging es dann für mich ans Spielen. Mein erster Gegner war J4ckichan, der von einem Filmteam begleitet wurde. Das war für mich neu. Dass da ein Typ um mich herumläuft und mich filmt, während ich spiele. Das war schon ziemlich komisch. Die Series konnte ich zum Glück mit 3:2 gewinnen. Auch das nächste Duell gegen Perna, den Südamerikaner, konnte ich für mich entscheiden. Damit war der erste Tag für mich gelaufen.

Andrej Bequiet Traudt

“So sehen Sieger aus” – Quelle: TakeTV

Anschließend hatte ich etwas Zeit zum Ausruhen. Es gab kaltes und warmes Essen und ich habe mir auch ein Bierchen zur Feier des Tages gegönnt. Später wurden dann die Gegner für die Top-8 bekannt gegeben, dann habe ich mich, natürlich auch wieder mit xBlaine, darauf vorbereitet. Am zweiten Tag ging es wieder genauso los wie am Tag davor. Wir waren wieder um 10.30 Uhr da. Ich hatte erst das dritte Match, es hat schon auch viel mit Warterei zu tun. Ich habe für die insgesamt fünf Matches bestimmt 24 Stunden gewartet. Das war schon echt krass. Zum Ende hin ging es dann aber zum Glück schneller. Auch am Finaltag hatte ich vorher noch ein bisschen Zeit mit xBlaine zu üben. Glücklicherweise konnte ich auch das Halbfinale und sogar das finale für mich entscheiden. Das war wirklich eine riesen Überraschung für mich. Der Tag war dann aber noch lange nicht gelaufen für mich. Ich konnte zwar ein bisschen feiern, musste aber noch nach Hannover, weil ich dort am nächsten Tag schon wieder eine Schulung hatte. So war ich noch bis 2 Uhr nachts unterwegs, bis ich in Hannover ankam.

Wie hast du die Organisation des Events durch Blizzard und TakeTV empfunden?

Ich muss schon sagen das war mit die beste Organisation die ich je erlebt habe. Angefangen vom Kümmern um die Spieler. Wir haben eine Discord-Gruppe aufgemacht, wo uns gesagt wurde wann die Spiele sind, wie der Preispool aufgeteilt ist, wann wir anzureisen haben, wann wir am nächsten Tag da sein müssen bis hin zur Verpflegung. Wir haben Getränke bekommen, Wasser und Energy, kalte und warme Speisen. Auch das Hotel war nur fünf Minuten zu Fuß von der TakeTV-Bar entfernt. Insgesamt war es sehr angenehm, gerne wieder. Ich glaube ich werde öfter auch andere Events von TakeTV besuchen. Ob als Spieler oder Fan wird sich dann herausstellen.

HCT Champion im Gespräch – Quelle: TakeTV

Beschreib doch mal genau, wie du den Fortschritt im Turnier selber wahrgenommen hast. Wann hast du gemerkt, dass du es unter Umständen sehr weit schaffen könntest?

Nachdem ich die anderen Decks gesehen hatte, wusste ich, dass ich auf dem Papier ein sehr gutes Deck hatte und die Gruppe damit wahrscheinlich überstehe, wenn ich nicht zu hart missplaye. Die beiden ersten Matches gegen J4CKI und Jarla waren die schwersten für mich. Das Spiel gegen J4CKI sogar noch ein bisschen schwieriger, da er ein besseres Lineup gegen mich hatte. Gegen Perna war ich schon auf dem Papier favorisiert, was sich dann im 3:1-Ergebnis auch wiederspiegelt. Im Spiel gegen Jarla on stage war ich schon ein bisschen nervös und habe auch sicherlich einige Missplays gemacht. Im Endeffekt hat mich da das Lineup gecarried. Beim zweiten Mal auf der Bühne gegen Glaser im Halbfinale war ich mir dann schon ein bisschen sicherer und nicht mehr ganz so nervös. Ich glaube im Nachhinein, die Gegner waren nervöser als ich. Sie wussten teilweise nicht, wie sie gegen mich spielen sollten. Ich wurde im Verlauf immer sicherer und sicherer. Im Finale war ich durch die 2:0 Führung schon sehr glücklich. Dass das Ganze 3:0 ausgeht, war natürlich großartig. Es war insgesamt schon sehr anstrengend mit den langen Begegnungen und Ups und Downs über den ganzen Tag verteilt.”

Wie fühlt es sich ein ein solches Event zu gewinnen? Was hast du gedacht, als dein Sieg feststand?

Ehrlich gesagt konnte ich es erst gar nicht fassen. Ich weiß nicht, ob man das auch an meinen Reaktionen sieht. Ich bin hingefahren um Spaß zu haben. Für mich waren die Top-16 schon genug. Dass ich das Turnier als NoName-Spieler und quasi “Local-Hero”, als einziger Deutsche gewinne, macht es umso schöner.

Bequiet im Fokus – Quelle: TakeTV 

Mein erstes Mal auf der Bühne und dann gleich bis ins Finale, das fühlt sich schon ziemlich gut an. Ich habe Blut geleckt und möchte jetzt auch auf andere Events fahren. Vielleicht schaffe ich es ja nochmal mich bis auf die Bühne vorzukämpfen.”

Möchtest du näher auf die gespielten Decks und deine Vorbereitung eingehen? Beides scheint sich ja offensichtlich sehr bewährt zu haben.

Normalerweise hat man ja ein ganzes Team um sich in der Vorbereitung. Ich habe das jetzt hauptsächlich mit dem Alex, beziehungsweise xBlaine gemacht. Meine Teammates haben dann noch einmal drüber geschaut und das Ganze abgenickt. Ich habe auch mit zwei anderen Spielern, C4mlann und Bozzzton, diskutiert, wie sich die Meta verhalten wird und welche Decks wahrscheinlich gut sein werden. Das hat mir ziemlich geholfen.Aber am meisten hat mir wirklich xBlaine geholfen. Er hat ungefragt in meinem Urlaub schon herausgesucht, was meine Gegner so spielen. Auch zum Beispiel mein Control-Mage ist auf ein Brainstorming mit ihm zurückzuführen.

3.000 Dollar und 15 Punkte, ein toller Preis. Hast du einen Plan, was du mit dem zusätzlichen Geld machen möchtest?

Einen Plan habe ich noch nicht, aber ich möchte erstmal mit meiner Freundin in den Urlaub fahren. Mal gucken wo es hingeht. Auch möchte ich zu allen anderen Tourstops in Europa und zur Dreamhack fahren. Wenn dann noch etwas überbleibt, eventuell in einen neuen Rechner investieren oder meiner Freundin noch etwas Schönes schenken. Sie hat mich in der Zeit unterstützt und hat gesagt “mach das”.”

Wie geht es für dich im Hearthstone Bereich jetzt weiter? Hat der Sieg im Speziellen etwas an deiner Planung für die Zukunft geändert?

Eigentlich wollte ich weniger spielen. Dann habe ich mich für das Turnier qualifiziert. Ich bin zwar ohne Erwartungen dort hingefahren, aber durch den Sieg und die Punkte habe ich gute Chancen mich für die Europameisterschaft zu qualifizieren. Das wollte ich schon immer. Also werde ich in den nächsten zwei Monaten versuchen die Qualifikation zu schaffen und nach Oslo zu fahren. Danach setze ich mich mit meiner Freundin zusammen und wir besprechen alles Weitere.”

Wir gratulieren Andrej an dieser Stelle noch einmal herzlich zum Turniersieg und wünschen ihm auch in der Zukunft weiterhin viel Erfolg in allen Belangen!

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